Raphael Kurt Bergmann

Biographie

1959 geboren in St.Pölten

1966-78

         Schulzeit und Jugend in Wien

1976-1980

          Int. Sommerakademie Salzburg und Bruneck bei Claus Pack und Gerhard Gutruf,

1978  Matura

          danach Studium der Theologie

1983-1995

          Benediktiner des Stiftes Göttweig

                                       1995  nach Austritt und Übersiedelung nach Graz

                                       1997 Heirat mit Margit

                                       1998 Geburt von Sohn Thomas

                                       2000 Beginn der freischaffenden Tätigkeit ( vertreten in der Galerie Haus der Kunst-Andreas Lendl)

                                       2003 Beginn der Mitarbeit in der Firma von Margit- der Farbenwelt Graz

 

                                                 Vier Themenschwerpunkte in der Malerei seit

                                        1976  Landschaften

                                        2002  Familienbilder

                                        2005  Filmszenen

                                        2015  Variationen nach Kremser Schmidt ("Kremser Schmidt Relecture")

 

 

Am 16.12.1959 wurde ich als erstes Kind meiner Eltern Johanna und Kurt Bergmann in St. Pölten geboren und wuchs mit meinen jüngeren Brüdern Michael und Wolfgang in Wien auf. 

Mit der Kunst kam ich als Kleinkind im Atelier meines Großonkels Franz Baumgartner ( in Amstetten) in Berührung.

dessen impressionistische Landschaftsbilder mich besonders begeisterten.

Mein Talent kam jedoch nicht gleich zum Vorschein. In meiner Volksschulzeit waren mir viele beim Zeichnen weit voraus. Das änderte sich erst, als ich mit dem Zeichnen von Comicsgeschichten begann. So erfand ich für meine Westerngeschichten "Bill Rogers" und "Johnny White" und ließ sie  im Wilden Westen gegen Banditen vorgehen. Berufswunsch war damals eindeutig:  Comicszeichner und Grafiker. 

MALEREI SEIT DER JUGEND:

 

Am Gymnasium der Neulandschulen in 1100 Wien, das ich ab 1970 besuchte, gab es eine Gruppe an jungen und engagierten Pädagogen, unter diesen war auch der Vollblutkünstler Gerhard Gutruf , der 1973/74 meine Klasse in Bildnerischer Erziehung zu unterrichten begann. Bald wurde er auf mein zeichnerisches Talent aufmerksam und spornte mich dem entsprechend an .

1974-76 war in meiner Freizeit meine erste intensive Phase in der Malerei. Kleine Ölbilder, meist Kopien nach Monet, Cezanne und vor allem Van Gogh entstanden.   

Gerhard Gutruf  war in diesen Jahren auch an der Sommerakademie in Salzburg als Co-Leiter der Klasse von Claus Pack engagiert. Da er die Ausbildung dort für mich sehr förderlich hielt, legte er meinen Eltern und mir eine Teilnahme nahe. Die Sommerakademie, abgehalten in Räumlichkeiten auf der Festung Hohensalzburg, war damals als eine zeitlich komprimierte Akademie gedacht, für solche, die sich auf eine Aufnahmeprüfung an eine der Akademien vorbereiteten oder für die vielen, die keinen Platz an diesen bekommen hatten. Über fünf Wochen wurde täglich sechs bis sieben Stunden Akt gezeichnet. Ergänzt wurden diese durch die Arbeit an Stillleben oder an Landschaftsmotiven vor Ort in der unmittelbaren Umgebung.

Der engagierte Lehreinsatz von drei weiteren Assistenten bewirkte für die etwa 150 Teilnehmer eine sehr intensive Arbeitsatmosphäre. Vorträge auf Hochschulniveau rundeten das Programm ab. Auf diese Weise wurde für mich die Sommerakademie zur Stätte einer gediegenen Basisausbildung von der ich bis heute profitiere.

MALEREI IN DER STUDIENZEIT UND DEN GÖTTWEIGER JAHREN:

 

1978 maturierte ich und hatte in logischer Folge vor, den weiteren Weg an der Akademie der bildenden Künste in Wien einzuschlagen.

Um eine profiliertere Berufsausbildung zu erhalten, hatte ich ein Doppelstudium vor; mit zusätzlicher theologischer Ausbildung wäre die Möglichkeit eröffnet worden, das Lehramt für BE und Religion  zu erlangen. Doch aus dem Doppelstudium sollte nichts werden.

Die Vorgespräche zur erforderlichen Aufnahmsprüfung  an der Akademie verliefen schon nicht gut. Das lag einmal an den ideologischen Grabenkämpfen an der Akademie und an einer gewissen Sturheit meinerseits. Dazu muss man wissen, dass Claus Pack sich im Professorenkollegium der Akademie im Laufe der Jahrzehnte viele Feindschaften zugezogen hatte (unverhohlene Kritik und Ablehnung der ungegenständlicher Malerei und der Wiener Schule des phantastischen Realismus ).

Von diesem Spannungsverhältnis her, wird verständlich, weshalb man mir, nach Vorlage meiner Zeichenmappe, nahelegte, dass es , wenn ich da nichts ändere, wohl nichts mit einem Platz in einer Meisterklasse werden würde.   

Josef Mikl bot mir zumindest die Möglichkeit an, einmal in der Woche den Abendakt zu besuchen, doch diesen gereichten kleinen Finger nahm ich nicht an und konzentrierte mich auf das beginnende Studium der Theologie. 

Es folgten nun Jahre des Vertiefens und des Eintauchens in kirchliche Gruppierungen und Kreise, die 1983 zum Eintritt in das Benediktiner-Stift Göttweig mündeten. Wenn auch in all diesen Jahren die Theologie und die kirchlichen Aufgaben im Vordergrund standen, die Malerei habe ich nie aus den Augen verloren.

Nicht von ungefähr hatte ich bei meiner Aufnahme ins Stift, auf meinen Vorschlag hin, den Ordensnamen Raphael, der einerseits auf den Erzengel weist, wie auch auf den bekannten Vertreter der Malerei, erhalten. 

Sowohl in den Ausbildungsjahren bis zur Priesterweihe 1987, wie auch in den folgenden Jahren bis 1995 in den Pfarren Dornbach, Hainfeld und Mautern, war es mir möglich jeweils zwei bis drei Wochen in der Sommerferienzeit in die Toscana zu fahren, um dort vor Ort zu aquarellieren. Meine Mutter, die spürte wie wichtig diese Zeitspanne für mich war, begleitete mich und leistete geduldige Chauffeursdienste bei der Suche nach Motiven und den dazu geeigneten Malplätzen. In diesen Jahren versuchte ich mich in freien Zeiten auch in kubistischen Arbeiten, angelehnt und inspiriert von Claus Pack und Gerhard Gutrufs eigener Malerei (siehe Rubrik: Archiv). 

Vieles, was mein kirchliches Leben betrifft,  sollte aber anders kommen, als ursprünglich gedacht. War in der Zeit meines Eintritts eine große Aufbruchsstimmung in der katholischen Kirche zu spüren ( das charismatische Wirken Johannes Paul II. sorgte besonders bis zum Fall des Eisernen Vorhangs dafür ), so begann diese im deutschen Sprachraum mit der Ernennung von Bischöfen stark konservativer Prägung zu kippen. 1995 kam es dann, ausgelöst durch den "Kardinal Groer Skandal" , zum innerkirchlichen Supergau. Dieser beschleunigte meine Entscheidung aus dem kirchlichen Leben auszusteigen und privat neu anzusetzen.

 

MALEREI IN DEN GRAZER JAHREN BIS HEUTE:

Mit Unterstützung von Familie und Freunden war dieser Neubeginn in Graz ermöglicht. 

Eine große Hilfe war eine Anstellung bei Kastner & Öhler in der damaligen Buchabteilung. Gleichzeitig war genug Freiraum, um meine Malerei mit größerer Intensität voranzutreiben. In den ersten Jahren ergaben sich zudem viele Ausstellungsmöglichkeiten, wie in der Galerie zum Glockenspiel bei Rudolf Semanek und die wirtschaftlich damals bessere und optimistischere Zeit öffnete die Perspektive zur freischaffenden Tätigkeit. Auch von kirchlicher Seite gab es Unterstützung, die Zeiten in denen Ausgetretene links liegen gelassen wurden, waren mittlerweile überwunden. Abt Joachim Angerer, der meine Malerei von früher kannte, bot mit mir an, Aquarellkurse  im Kurszentrum Stift Geras zuhalten. Abt Clemens von Göttweig, mit dem ich bis zu seinem Tod in freundschaftlichem Kontakt geblieben bin, lud mich ein, Grafiken (Porträts) und Cover für sein Buch "Net dumm", einer Anekdotensammlung über Göttweiger Benediktiner, zu gestalten.

In dieser Zeit lernte ich meine Frau Margit kennen, wir heirateten 1997. Ein Jahr später kam unser Sohn Thomas zur Welt. Mit ihm und ihren beiden Kindern aus erster Ehe ( Alexandra und Daniel ) bilden wir seither eine Familie von fünf Personen. 

Ab 2000/2001 begann die Zusammenarbeit mit der Galerie Haus der Kunst Andreas Lendl und der Galerie Maringer in St. Pölten.  

 Drei Hauptthemen begannen sich in der Malerei herauszubilden: Landschaften, Familienbilder und Filmszenen.

  


Beherrschendes Thema in meiner Malerei war immer die Landschaftsmalerei, wie hier links ein Motiv aus der Toscana ( bei Volterra) , und sie bildete über die meiste Wegstrecke bisher den Schwerpunkt für meine Präsentationen in den Galerien in Graz und St. Pölten. 2007 und 2008 waren dort die bisher umfangreichsten Ausstellungen, die auch von gedrucktem Katalogmaterial begleitet wurden. Erwähnt gehören hier auch zwei weitere Ausstellungsbeteiligungen  2010 und 2011 in Berlin ( Berlin-Treptow und Berlin - Lichtenberg) .

Zu den Landschaften gesellten sich zuerst die Familienszenen hinzu. Diese stützen sich auf Fotomaterial, das ich selbst im Hinblick auf meine Malerei erstelle , und das familiäre Leben gleichsam begleiten. Hier links sind Fotos von einer  Sommerwoche in der Obersteiermark verwendet worden, um Alexandra, die mit Thomas und unserem leider nicht mehr auf Erden weilenden Golden Retriever Tim  dort regelmäßig joggen gegangen ist, darzustellen.  

Aus den Familienszenen entwickelte sich rasch ergänzend der Themenkreis der Filmszenen. Da hat es mir der Film "Spiel mir das Lied vom Tod" angetan, den Sergio Leone 1968 gedreht hat und zu dem Ennio Morricone seine unvergleichliche Musik schrieb. Leone hat diesen Film gedreht, als wäre er ein Renaissance- oder Barockmaler, der jede Szene wie ein imposantes Gemälde ins Bild setzt.  Ich hatte noch das Glück

diesen Film im Kino, im Eindruck  mit der riesigen Kinoleinwand zu sehen . Die Szenen ließen mich nicht los, bis ich dann zunächst zaghaft mit Versuchen begann, wie Bilder aussehen könnten, wenn man solche Szenen für eigene Gemälde heranzieht.  In erster Linie sind es Szenen aus diesem Filmkunstwerk- als solches wird er auch in der Fimgeschichte gehandelt-die ich heranziehe, gelegentlich andere, die mich beeindrucken oder inhaltlich beschäftigen, wie das Bild in der Mitte zeigt, bei dem es sich um einen Ausschnitt aus "Die Königin und der Leibarzt" handelt.

Seit 2015 ist ein viertes Themenfeld dazu gekommen, das ich auch stilistisch anders angehe, freier, weniger gegenständlich, bis zu beinahe abstrakter  Komposition. Es findet sich unter dem Titel "Kremser Schmidt Relecture " auf dieser Homepage und bildet auch den Titel für meine  bis jetzt größte Personale, die im kommenden Herbst in St. Pölten stattfinden wird.- (siehe auch unter Neu & Aktuell). Hier einige Beispiele.

Wichtige Lehrer und einflußreiche Personen auf Malerei, Lebenshaltungen und Denken (chronologisch):

Franz Baumgartner, Großonkel, Schneidermeister,  Maler

P. Johannes Buse, erster Religionslehrer , Volksschule Wien- Favoriten

Mag. Werner Porstner, erster Klassenvorstand , Lehrer in Deutsch und Latein ( wie seine Brüder Gerold und Klaus), Neulandschule, Wien-           Favoriten

Prof. Gerhard Gutruf, Maler und Kunstpädagoge, zuerst BE-Lehrer , Lehrer an der Sommerakademie

Prof. Claus Pack, Kunsttheoretiker und Maler, Lehrer an der Sommerakademie

Prof. Dr. Augustinus Wucherer-Huldenfeld, Prof. für christliche Philosophie, Univ. Wien

Abt Dr. Clemens Lashofer, 64. Abt von Göttweig 

P. Johannes Pausch, Spiritual am Studienaus in Salzburg

Prof. Dr. Günter Virt, Prof für Moraltheologie , Univ. Salzburg

Prof. Dr. Gottfried Bachl, Prof. für Dogmatik, Univ. Salzburg

Paul Rotterdam, Maler, Kunsttheoretiker und Philosoph

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